Für alle, die heutige Konflikte durch die Vergangenheit verstehen wollen - Ein Althistoriker über die Geschichte Roms

Shownotes

In dieser Folge zu Gast: René Pfeilschifter – Althistoriker, Professor an der Universität Würzburg und Autor des Buches „Rom. Geschichte einer Weltmacht“. Gemeinsam reisen wir zurück in eine der faszinierendsten Städte und Mächte der Weltgeschichte: nach Rom. Doch es geht nicht nur um Kaiser, Kriege und alte Steine – sondern um die Frage, was uns die Geschichte Roms heute noch über Macht, Gesellschaft, Integration, politische Konflikte und den Zerfall von Staaten erzählen kann. Links: Rene Pfeilschifters Buch findest du hier: https://www.chbeck.de/pfeilschifter-rom/product/39931269 Supporte den Podcast auf Steady: https://steady.page/de/inspirierend-anders/about Zur Homepage: https://inspirierendanders.com Dein Weg zum eigenen Podcast: https://bakuba.eu René Pfeilschifter zeigt, warum die Römer uns oft näher sind, als wir denken. Auch sie mussten mit Migration umgehen, suchten nach Schuldigen in Krisenzeiten, stritten über politische Macht und erlebten, wie Institutionen langsam an Kraft verloren. Besonders spannend wird es dort, wo die Parallelen zur Gegenwart sichtbar werden: Wie entstehen Sündenböcke? Was passiert, wenn politische Gegner zu Feinden werden? Und warum kann ein Staat gefährlich schwach werden, wenn Rituale, Gemeinschaft und Vertrauen verloren gehen? Wir sprechen über Hannibal, die römische Republik, Augustus, politische Gewalt, Bürgerkriege, Eliten, Integration und den Fall des Westens. Dabei wird klar: Geschichte wiederholt sich nicht einfach eins zu eins – aber sie zeigt Muster, die auch heute noch erschreckend aktuell wirken. In dieser Folge erfährst du: Welche Parallelen es zwischen Antike und Gegenwart gibt Wie die Römer mit Migration und Bürgerrecht umgingen Wann politische Auseinandersetzung gefährlich kippen kann Weshalb Rituale für ein Gemeinwesen wichtig sind Warum ein zu schwacher Staat zum Problem werden kann Wie Augustus die Republik äußerlich bewahrte und innerlich veränderte Was Bücherverbrennungen und Machtpolitik über Herrschaft verraten Warum große Reiche oft schwerer zusammenzuhalten sind, als sie wirken Schlüsselbegriffe: Rom, Römisches Reich, Augustus, Hannibal, Republik, Weltmacht, Antike, Geschichte, Macht, Bürgerkrieg, Integration, Migration, politische Gewalt, Staat, Gegenwart

Rom #Geschichte #Antike #RömischesReich #Weltmacht #Macht #Politik #Augustus #Hannibal #Gesellschaft #InspirierendAnders

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zurück bei INSPIRN an das heute zu Gast der wunderbare René Pfeichschifter.

00:00:06: Er ist Althistoriker, Professor an der Universität in Würzburg und Autor des Burges Rom Geschichte einer Weltmacht.

00:00:14: Was

00:00:14: kann uns denn das alte Rom heute noch über Machtpolitik und vor allem vielleicht den Zerfall von Staaten erzählen?

00:00:22: Heute sprechen wir genau darüber, warum die Römer uns ähnlicher waren als wir vielleicht denken.

00:00:27: Von Migration über Sündenböcke in Kiesenzeiten bis hin zu politischer Gewalteliten und im langsamen Ende einer Republik.

00:00:36: Herr Pfeilschifter zeigt, warum Geschichte sich nicht einfach wiederholt?

00:00:40: Aber trotzdem ganz klare Muster

00:00:43: sich bemacht,

00:00:44: die erschreckend aktuell bögen!

00:01:09: Herr Pfalschifter, schön dass Sie da sind heute.

00:01:12: Sie haben ja ein Buch über Rom geschehen die sagenumwobene Stadt über so viele Geschichten und Filme und Bücher und sowas gibt.

00:01:22: Warum gerade jetzt ein Buch?

00:01:25: Über Rom!

00:01:27: Ja vielen Dank das ich bei Ihnen sein kann.

00:01:31: Ja weil es mich interessiert... Das ist die erste und wahrscheinlich auch Wichtigste Antwort, weil ich da spannend finde.

00:01:41: Eine Geschichte die über viele hunderte von Jahren geht und weil ich das gern teilen möchte.

00:01:47: Weil ich meine, dass ist auch für andere Leute interessant für Leser- und Leserinnen oder in diesem Fall für Hörer und Hörerinnen.

00:01:56: Ja!

00:01:56: Und ich fand auch wenn man sich so das Buch durchliest Es gibt einige Parallelen zur heutigen Zeit.

00:02:05: Man kommt nicht umhin festzustellen, dass doch einiges sich vielleicht gar nicht so sehr geändert hat.

00:02:11: Naja auch die Römer waren Menschen genauso wie wir und es kommt natürlich auch daher ich lebe ja auch in unserer Zeit Und insofern sind auch die Dinge, die mich interessieren an dem was wir über die Römer herausfinden können natürlich auch angeregt von dem was ich erlebe und ich teile vieles also mit den meisten Zeitgenossen.

00:02:38: Nachdem Klima hat vor fünfzig Jahren noch kein Wissenschaftler gefragt in der Artikel während heute ist das spannend wie man so anderen Seiten mit Klimawandel umgegangen ist sucht man oder ich in diesem Falle auch ganz bewusst also nach Parallelen, nach Ähnlichkeiten und es ist dann aber ganz besonders spannend wenn man halt sieht wo bei den Ähnlichigkeiten dann Schluss ist.

00:03:08: Und das dann doch ganz anders läuft.

00:03:11: Also man versucht rauszufinden was ist spannend an den Römern und gleichzeitig habe ich auch ein bisschen die Hoffnung dass es hilft unsere eigene Gegenwart ein bisschen besser zu verstehen, ohne dass ich sagen würde man kann jetzt eins zu eins lernen aus den Ereignissen der Vergangenheit.

00:03:33: Aber manchmal sieht man wie in der Verganganheit andere Gesellschaften in vergleichbaren Situationen sich für den anderen Weg entschieden haben.

00:03:44: also man sieht dann das Situationen offener sind als sie einer manchmal erscheinen.

00:03:52: Haben Sie ein Beispiel?

00:03:56: Die Römer sind mit Migranten und Migrantinnen ganz anders umgegangen als wir.

00:04:05: Und sie waren meistens gar kein großes Problem für die Allermeisten, man hat sie aufgenommen aber in dem Sinn dass sie ihre frühere Gemeinschaft aus der sie kamen aufgegeben mussten Und im Gegenzug gab es das Bürgerrecht als Römische.

00:04:29: Die Erwartung war aber auch, dass die Wurzeln zur alten Gemeinschaft rechtlich und auch politisch emotional waren.

00:04:40: Den Römern egal – das kann man also schlecht kontrollieren – wurden gekappt.

00:04:47: Das hat aufs große Ganze funktioniert so aus der Vogelperspektive.

00:04:53: Welches Leid das verursacht hat in dem Moment?

00:04:57: welche Opfer das mit sich gebracht hat, oft auch verbunden schlicht mit der Auflösung des eigenen Gemeinwesens.

00:05:04: Und das können wir teilweise eher ahnen als dass wir es wissen.

00:05:10: Das würde ich sagen das ist jetzt ein anderer Weg als wir hier in Deutschland oder auch in Europa generell fahren wo man nicht so richtig weiß wie geht man damit und man heißt Leute willkommen Aber so richtig mit Bürger zu werden, das ist da noch mal was anderes und als unsere Gesellschaft macht man nicht so offen dafür.

00:05:34: Die Römer gingen dann eindeutigeren Weg.

00:05:37: Ob es ein besserer ist?

00:05:40: Das wiederum war ich nicht zu beantworten.

00:05:42: Da sollte man vorsichtig sein!

00:05:44: Ja, das schreiben Sie auch im Buch.

00:05:47: im Kapitel drei glaube ich war es gestanden, dass nebeneinander sichert hätte die römische Herrschaft.

00:05:52: Also wirklich so rum versucht nicht alle besiegten irgendwie gleichzubauen.

00:05:57: das hat irgendwie alle geschafft einzubinden in irgendeiner Form und Weise Und das ist ja schon ein Unterschied wie wir aktuell mit Integration umgehen.

00:06:08: weil bei uns ist ja oft so Integration so ein bisschen Ja nicht richtig durchdacht hat man oft das Gefühl mit der Flüchtlingskrise ist so passiert, war man überrascht?

00:06:20: War man überfordert vielleicht auch.

00:06:23: Aber so richtig wie integrieren wir jetzt?

00:06:25: die Leute fehlt irgendwie ein bisschen und Rom klar.

00:06:30: Wie Sie schon sagen, Rom hat eine ganz klare Linie, sehr harte Linie.

00:06:34: Du musst alles aufgeben dafür bist du jetzt Römer was für viele Damals sicherlich furchtbar war.

00:06:40: Für andere war es vielleicht total schön, weil Rom damals schon riesengroß war und viele Vorteile mit sich gebracht hat.

00:06:46: Aber das zeigt ja die Parallelen, die man ziehen kann irgendwo.

00:06:52: Also in diesem dritten Kapitel geht es um die Republik noch – das ist relativ früh im Buch – da geht es meistens um gewaltsame Expansion von fremden Gemeinwesen, also den Kriegsgegnern die unterlegen sind.

00:07:12: Und das ist schon die brutalste Form

00:07:15: der Integration,

00:07:16: falls man das überhaupt noch in Integration nennen will... Die Leute haben sofern sie überlebt haben oft nicht sofort das Bürgerrecht bekommen sondern erst so nach einer Generation was nachvollziehbar

00:07:33: ist

00:07:33: dass man den Leuten denen gegen die man gerade noch gekämpft hat, mich sofort das Sitz und Stimme in der Gemeinschaft geben will.

00:07:44: Und man konnte ihnen Volksabstimmungen ja auch abstimmen.

00:07:47: Von daher vergingen einige Jahrzehnte, zweitausend Jahre später scheint uns das ein Wimpernschlag zu sein.

00:07:53: aber dreißig Jahre ist ein Halbersleben und in der Antike mit den kürzeren Lebenszeiten oft sogar mehr.

00:08:03: In späteren Epochen haben wir dann eher Phänomene, wie wir sie heute auch haben.

00:08:10: Also ich glaube die Römer haben nicht weiter in die Zukunft geschaut als wir.

00:08:15: also dass man langfristig in der Politik planen kann halt dich eigentlich für ausgeschlossen und auch mittelfristig ist sehr schwierig.

00:08:26: Man wird doch meistens von den Ereignissen also getrieben und die schönsten Pläne, die man mal hat.

00:08:32: Die man auch im Allkampf sagt sind dann spätestens beim ersten größeren Ereignees dann auch vergessen.

00:08:38: In der Kaiserzeit gibt es durchaus bei großen Dichtern deutliche Zeichen von Fremdenfeindlichkeit.

00:08:48: Was machen denn all diese Syrer hier?

00:08:51: Also wirklich Syrer!

00:08:52: Da trifft sich ist dieselbe Region gemeint wie auch heutzutage, auch wenn die dort lebenden Menschen sich natürlich gewaltig verändert haben.

00:09:01: Was machen die Syrer hier und diese komische Synagoge also die da mitten in Rom steht?

00:09:08: Also es gibt auch Antisemitismus!

00:09:11: Das sind Dinge, die nicht erst im zwanzigsten oder neunzehnten Jahrhundert erfunden worden sind sondern die Menschheit schon sehr lange begleiten Und auch schon zur Zeit der Römer.

00:09:27: Nichts Neues, also Antisemitismus!

00:09:29: Wenn wir mal auf Kapitel V schauen den Hannibal-Krieg... Da wurde ein anderes Thema aufzumachen was ich auch fand was so ein bisschen parallelen hat zur heutigen Zeit nämlich So wurde Flaminius zum Sündenbock gerade in dieser Niederlage am trasimenischen See muss ich mir aufschreiben sonst verquasselte mich hier.

00:09:52: Da wurde dieser Flaminios eben zum Hauptverantwortlichen erklärt.

00:09:56: Und da scheint es ja dann, dass man gerne so einen Zündenbock irgendwo hat statt auf die Struktur oder auf die strukturellen Probleme zu schauen.

00:10:05: Das heißt wirtschaftlich, politisch, militärisch immer erst mal auf eine einzelne Person irgendwie drauf und da dachte ich mir... da sehe ich eine parallele zur heutigen Zeit!

00:10:19: Aber das ist nur menschlich, finde ich.

00:10:22: Es ist einfach, dass auf eine Person zuzuspitzen und es ist auch sehr einfach, das aus Spitzenpolitiker dann zu richten.

00:10:31: Und also nach ihrem Abtritt war dann Angela Merkel schuld an allem was in den letzten zwanzig Jahren passiert ist.

00:10:38: Im Moment ist es der gegenwärtige Bundeskanzler.

00:10:41: Die Franzosen schieben alles auf Macron die Hälfte der Amerikaner auf Trump Wenn vielleicht auch mit besserem Recht Und als mit den anderen Beispielen, das ist eben auch einfacher.

00:10:56: Es ist einfacher sich darauf zu einigen diese Person hat Schuld und es liefert eine relativ simple Erklärung für Vorgänge die viele Leute wenn man sich dann mal in Ruhe zusammensetzt und darüber spricht auch zu geben würden.

00:11:11: naja da sind schon auch ein paar strukturelle Sachen dahinter und es gibt auch gewisse Handlungszwänge.

00:11:18: Auch Politiker können nicht tun, was sie wollen.

00:11:21: Dieser Flaminius hat eigentlich alles richtig gemacht.

00:11:24: Er hat ein Heer ausgehoben und das war Gewalt vom römischen Volk, vom röhmischen Senat.

00:11:31: Und dann ist man mit gebalter Heeresmacht – er und sein konsolarischer Kollege zwei Konsolen haben die Schlacht gesucht.

00:11:39: Das wollte man in Rom!

00:11:41: Dann ist die Schlachten katastrophal verloren gegangen Mit vielen, vielen Tausenden vielleicht sogar Zehntausend von Toten.

00:11:52: Naja und dann wollten Volk und Senat von Rom von der eigenen Verantwortung erst mal nicht so viel wissen.

00:12:01: aber das ist nur menschlich.

00:12:02: man muss ja mit so einer Katastrophe auch fertig werden Und man muss sehr handlungsfähig bleiben.

00:12:10: Das war damals ein großer Krieg und die Frage war wie geht es jetzt weiter?

00:12:15: Also es war keine Zeit umfangreiche Aufarbeitung zu betreiben.

00:12:21: Insofern nachvollziehbar, das Bild des guten Flaminios ist aber bis auf den heutigen Tag als das des Verdieres vom Trasimänischen See für immer.

00:12:33: ja da wird Fenster bleiben.

00:12:35: Pech gehabt!

00:12:36: Aber das ist das Risiko in der Politik.

00:12:38: Ja aber ich meine es ist ja... heroisiert ja oft mal so die antiken römer und griechen und sowas.

00:12:47: aber es macht er dann schon auch ein bisschen macht sie ein bisschen bodenständiger wenn man merkt okay, die haben probleme damals schon auch eher sehr kurzfristig gesehen oder sie haben eher reagiert und dann eben so nach dem motto wir kümmern uns jetzt nicht ums strukturelle weil das würde sehr lang dauern und dass ist jetzt vielleicht nicht so.

00:13:09: symbol

00:13:10: Haft,

00:13:10: wie man immer so schon sagt.

00:13:12: Symbolpolitik wird ja oft gemacht als ihn jetzt zum Sündenbock zu erklären.

00:13:18: und das ist ja zumindest was wo man sagen kann okay Das ist ein Problem das haben wir wirklich seit tausenden von Jahren.

00:13:26: Genau so ist es

00:13:27: Ja beim Zeitalter der Experimente.

00:13:32: in ihrem Buch Da schreiben sie, mit diesem Tag war in der denkbar schrecklichsten Form Mord ein Instrument der politischen Auseinandersetzung geworden.

00:13:44: Und da dachte ich mir so okay... Ich meine das politische Gegner mittlerweile in manchen Ländern der Welt oder in manchens, sagen wir mal Demokratien der Welt

00:13:55: auch

00:13:57: angeblich ermordet werden oder sehr unglückliche Todesfälle ereilt.

00:14:01: Das ist ja was, was man jetzt auch immer mal wieder hört aus dem ein oder anderen Land.

00:14:08: Sind wir denn generell auf einem Weg dahin?

00:14:10: Weil der Ton in Demokratien... Der wird definitiv rauern!

00:14:15: Man sieht sich mittlerweile nicht mehr als gegnerische Partei an sondern wirklich als Feinde teilweise selbst im eigenen Land nur wenn man Es gibt nur noch schwarz und weiß.

00:14:29: Bist du nicht weiß, dann bist du schwarz?

00:14:30: Und bis du nicht dafür bist du dagegen?

00:14:33: Also driften wir immer mehr dahinter so... also ich jetzt nicht Mord in der Demokratie aber Anfeindungen immer normaler wird.

00:14:45: Ganz kurze Unterbrechung nur!

00:14:46: Du weißt ja, der Podcast ist ein Herzensprojekt von mir und ich will ihn unbedingt weiterhin frei von Werbung und Sponsoringen und Unterbrechen halten Aber dafür brauche ich eben deine Unterstützung.

00:14:57: Auf SETI habe ich deshalb ein Account eingerichtet, bei dem du mich monatlich

00:15:01: unterstützen und beteiligen

00:15:02: kannst.

00:15:03: Dafür bekommst du natürlich auch was ne?

00:15:05: Eine kleine Gegenleistung von mir die weit über die ganzen vielen kostenlosen

00:15:08: Podcast-Evisonen

00:15:09: hinausgeht.

00:15:10: Klickt deshalb einfach auf den Link in den Shownutz Und ich danke dir

00:15:14: von Herzen.

00:15:15: und jetzt zurück zur Folge.

00:15:17: Das ist so und das kann man ja beobachten In den letzten Jahren wenn man so den die sozialen Medien ein bisschen beobachtet und das ist schwer, da nur in eine Richtung zu zeigen.

00:15:32: Da sind die Schuldigen und da sind nur die Opfer.

00:15:35: also da würde ich ihnen völlig zustimmen.

00:15:38: Also der Diskurs wird härter wobei allein dass der Diskur es härter wird is eigentlich noch nicht schlimm.

00:15:47: Eine offene auch harte Auseinandersetzung gehört zu einer partizipativen Gesellschaft.

00:15:54: Also man muss nicht immer kuscheln.

00:15:57: Es wird halt problematisch, wenn man dem anderen sein Recht abspricht seine Meinung zu ändern und ihm jetzt generell seinen Platz in der Gemeinschaft verweigern will.

00:16:08: Dann sieht das anders aus.

00:16:09: so weit sind wir noch nicht.

00:16:14: Weide ich das je?

00:16:15: Und also verrückte gibt es immer!

00:16:18: Und es gibt Anschläge... Es gibt terroristische Akte, also wir hatten starken Linksextremismus in diesem Land und wir scheinen ihm bald wieder zu haben worauf manche Äußerungen hindeuten.

00:16:35: Gewalt gegen Sachen ist schon okay Und manche sagen auch gegen Menschen, also soweit sie weit rechts stehen.

00:16:43: Andererseits werden den NSU, was wirklich eine Terrororganisation war.

00:16:49: Das sind aber alles Dinge die an den Rändern stattfinden, die im heimlichen Stadt finden und von der Mehrzahl der Bevölkerung und auch vom politischen Entscheidungsträger nicht gebelickt werden.

00:17:04: Diesen Satz, den Sie vorhin zitierten... Das ist aber nach der Ermordung des Tiberius Grachus, eines Kandidaten für ein Amt des Volkstribunts und verübt wurde er von den römischen Senatoren.

00:17:25: Also dem Inbegriff des Establishments.

00:17:29: Die Senator haben sich in Sitzungszahl des Senats gegenseitig eingeheizt.

00:17:36: Alkohol war nicht im Spiel, sonst könnte man fast vom Vorglühen sprechen.

00:17:41: Senatssitzungen sind immer früh am Morgen und haben auch die Römer noch nicht getrunken.

00:17:45: Man hat sie hochgepeitscht, hat sich dann bewaffnet mit allem was man kriegen konnte, mit Knüppeln und was zu greifen war und ist dann rausgestürmt.

00:17:58: Offenbar im Laufschritt Und die dort versammelte Menge, die Volksmenge, die vor allem Anhänger des Tiberius Krachus waren, waren dann auch so überrascht von diesem Anblick.

00:18:09: Weil das waren alles hochmögende Herren, ältere Herren, würdige Herren, die man nur so kannte dass sie langsam über das Forum schreiten.

00:18:20: im Laufschritt darum sind die potenziellen Verteidiger zurückgewichen.

00:18:26: Auch Tiberios Krachos selbst war völlig überraszt wollte fliehen Und so ist er erschlagen worden im Straßenkampf.

00:18:34: Das ist etwas anderes, wenn man mitten in dem politischen Zentrum einen politischen Gegner umbringt wegen seiner Politik und es gibt keine Konsequenzen danach.

00:18:50: Die Mörder werden nicht zur Rechenschaft gezogen der Haupthäter wird für ein paar Jahre ins Ausland geschickt auf eine längere Reise Zentrum des Geschehens zu entfernen, aber es gibt keine Konsequenzen dafür.

00:19:08: Und also das ist zum Glück noch mal eine ganz andere Ebene als alles was wir derzeit bei uns erleben können wo man auch viele schlimm finden kann aber lässt sich zum glück nicht annähernd vergleichen.

00:19:23: Ja beim neuen Kapitel mit dem Verfall des Staates und im Ende der Republik da ist mir Einsatz im Kopf geblieben Geblieben.

00:19:32: wehe dem Gemeinwesen, dem die Rituale abhanden kommen und wehe den Staat der aus dem Leben seiner Bürger verschwindet.

00:19:40: Was meinen Sie damit?

00:19:43: Ich habe diesen Satz geschrieben.

00:19:45: am Abschluss länger Ausführungen über den Sensus.

00:19:53: Der Sensus war so etwas wie die römische Volkszählung Und jeder Bürger musste erscheinen.

00:20:05: Ich präzisiere jeder männliche Bürger, der überhaupt eine Familie war.

00:20:11: Frauen waren zwar auch Bürger aber die mussten nicht kommen.

00:20:14: Der Haushaltsvorstand wie man früher auch bei uns gesagt hätte und der meldet dann also bei Schreibern an.

00:20:24: Also Familienstand Frau Kinder Und was man besetzt, Einkommen meistens eher Immobilers.

00:20:33: Was man hat zu einem Bauernhof also die Tiere die man hat und nach diesen Vermögensverhältnissen wird man dann eingeschätzt.

00:20:43: Einschätzung das bedeutet Zensus auch so im Deutschen und danach bemisst sich dann mehreres.

00:20:50: einmal die Einstufung in der Volksversammlung wo man abstimmen kann.

00:20:54: dafür spielt das Vermögen eine Rolle.

00:20:57: dann die Aufnahme in das Wehrregister, wenn man so will.

00:21:03: Denn man muss die Wertins leisten und natürlich es war für die Steuer ganz wesentlich dass der Staat weiß also wie viel denn bei dem Bürger überhaupt zu holen ist.

00:21:16: Das ist nun einmal eine relativ lästige Routineangelegenheit Aber es war doch auch eine Gelegenheit, bei der man auf den römischen Staat trifft.

00:21:27: So viele Gelegenheiten gab's da gar nicht bei den Römern – in der Armee bei den Volksversammlungen und dann bei diesem Zensus, der nur alle fünf Jahre stattfährt.

00:21:42: Und ….

00:21:43: Man sieht dann zu bis man an der Reihe ist….

00:21:46: Man sieht das geht alles seinen Gang….

00:21:48: Man sieht auch dass alle gleich behandelt werden!

00:21:52: Das sind andere Leute da, Leute die ärmer sind als man selbst aber auch Leute die reicher sind.

00:21:59: Und sowas kann ein Gefühl von Zusammengehörigkeit schaffen und wir sitzen alle im gleichen Boot und man hat den Eindruck man wird einigermaßen fair behandelt.

00:22:14: das heißt noch nicht dass man jetzt sich das Bein ausreißt für das gemeinwesen Aber es schafft ein warmes gefühl und ein Gefühl der Aufgeschlossenheit.

00:22:26: Und sowas braucht es, genauso braucht es Rituale.

00:22:33: Das waren bei den Römern zum Beispiel der Abschluss dieses ganzen Sensuses wo es dann eine große Versammlung gab auf dem Marsfeld weiter offener Platz vor der Stadt Möglichst viele Bürgertraten an, jeder an dem ihm zugeteilten Platz.

00:22:54: Dann wurde ein großes Opfer dargebracht – einen Stier, einen Eber und einen Wetter.

00:23:01: Und dann hat man einen rituellen Umgang um die Stadt gemacht.

00:23:06: Am Schluss wurde man von den Sensoren, die dem allen Präsidierten wurden entlassen.

00:23:13: Das sind solche Rituale... die in Deutschland recht selten geworden sind, so seit dem Zweiten Weltkrieg und die man in anderen Ländern noch eher findet.

00:23:24: Soviert sind der Juli in Frankreich die große Militärparade.

00:23:29: Und bei uns in den Militären nicht mehr so ähnlich.

00:23:32: Dafür gibt es auch sehr gute Gründe aber wenn man an solche Dinge denkt wie öffentliche Gelöbnisse was ja durchaus auch umstritten ist ob sowas Gut ist es öffentlich stattfinden zu lassen, das wäre zum Beispiel so etwas.

00:23:48: Allerdings wenn es umstritten ist eignet es sich relativ schlecht um Gemeinschaft und Gemeinsinn zu stiften.

00:23:55: – aber nehmen wir doch den gemeinsamen Wahlakt!

00:24:01: In regelmäßigen Abständen alle vier Jahre für den Bundestag, alle fünf Jahre in den meisten Ländern für die Landesparlamente gehen wir wählen Und im Wahllokal, auch das ist ein ritueller Akt.

00:24:15: Man trifft nicht alle aus seinem Wahlbezirk aber doch einige.

00:24:20: und dass es eine Sache die sehr dafür spricht tatsächlich also in Person zu wählen.

00:24:28: Briefwahl entfernt das Gemeinwesen – nicht nur den Staat!

00:24:35: Auch das GemeInwesen wir alle.

00:24:37: Die Gesellschaften bisschen aus unserem persönlichen Leben Denn wir sitzen daheim, füllen das aus und bringen dann den ausgefüllten Wahlschein zum Briefkasten.

00:24:51: Das ist wunderbar!

00:24:52: Ich mache das auch – und das erleichtert das Leben.

00:24:56: Aber es geht ein bisschen Gemeinsamkeit mit den anderen Bürgern in diesem Land verloren.

00:25:04: Und das ist zumindest schade wenn's zu viel wird….

00:25:09: ab einem gewissen Punkt auch Besorgniserregend und genau das ist in Römern am Ende der Republik passiert.

00:25:16: Das heißt, da er sich in den zu viele Ritualerbhanden gekommen und der Staat war nicht präsent genug quasi für die Menschen?

00:25:26: Der Staat war zu schwach und er ist absichtlich geschwächt worden von den Eliten denn ein starker Staat hilft eher den ärmerern, den schwächeren Außer.

00:25:45: es ist ein Staat, der von vornherein also nur zur Unterdrückung missbraucht wird.

00:25:52: Aber wenn es ein Staat ist, der versucht das Gemeinn wohl für alle voranzubringen.

00:26:01: Wohlfahrtsleistungen und Deerleitern profitieren die ärmeren, die schwächeren, die benachteiligten immer eher Und es liegt eher so im Interesse der Eliten in zu schwächen.

00:26:15: So aktuelles Beispiel ist die Debatte jetzt um Techniliatäre in den Vereinigten Staaten, wo das ja auch in Amerika selbst diskutiert wird.

00:26:25: Und es gibt ähnliche noch viel größere Auswirkse im ersten Jahrhundert vor Christus in der Römischen Republik.

00:26:36: Der Triumvir Markus Likinius Grasos hat gesagt Reich ist nur jemand der eine Legion unterhalten kann.

00:26:48: Eine Legion sind Zehntausend Mann und die unterhalten zu können, erfordert ein ungeheures finanzielles Investment.

00:27:00: Erfordert Rücklagen, die Privatleute für gewöhnlich nicht haben.

00:27:08: Es ist seit ein paar Jahren auch bei uns möglich Die reisten Männer der Welt habe.

00:27:14: ich hab das ausgerechnet Das steht auch im Buch.

00:27:19: Ich verzichte jetzt hier auf die Zahlen, es ist tatsächlich möglich dass Leute wie Elon Musk und auch seine Partner oder auch Jean-Jacques Arnaud der französische Multibillionär sind tatsächlich im Stande oder wären im stande eine Division der US Army für ein Jahr aufrecht zu erhalten mit ihrem Cash Flow also so eine.

00:27:48: Die Vision der Amerikaner entspricht in etwa dem taktischen Wert einer Legion bei den Römern.

00:27:56: Insofern sind das die Vergleichsgrößen und... Das ist ein bisschen erschreckend, dass das denkbar ist.

00:28:04: Das ist ausgeschlossen bei uns weil die wirtschaftlichen Eliten nicht die politischen Eliten sind.

00:28:11: Elon Musk ist trotz seiner kurzzeitigen Aufgabe in der Trump-Administration, zweitausendfünfundzwanzig.

00:28:22: Keinem war nie politischer Entscheidungsträger!

00:28:26: In Rom waren die reichsten Leute aber auch die politisch führenden.

00:28:31: Dieser erwähnte Markus Lykilius Grassoz war nicht nur stinkreich er war auch ein zweimaliger Konsol und er war ja auch Herrführer.

00:28:41: also bei ihm war das jetzt nicht nur eine Möglichkeit seine Reichtum auszudrücken sondern er hat das tatsächlich gemacht.

00:28:51: Und dann kommt man in schwierige Verhältnisse rein, wenn Privatleute Armeen aufstellen können.

00:28:58: Denn Armehen stellt man ja und klar immer für das Gemeinwesen aus auf und für seine Zwecke.

00:29:09: aber letztlich wer zahlt schafft an.

00:29:13: Also die Wahrscheinlichkeit des Bürgerkriegs erhöht sich gewaltig und genau das ist in Römern ja dann auch im letzten Jahrhundert vor Christus passiert, mit katastrophalen Folgen.

00:29:24: Die Republik ist ja untergegangen in dieser Bürgerkrise.

00:29:30: Im Kapitel elf Augustus schreiben sie von der Republik Um da jetzt anzuknüpfen, von der Republik blieb wenig.

00:29:38: Vieles vom vorgenannten sah republikanisch aus, fühlte sich vielleicht auch republikannisch an aber es war verändert hat er einen neuen Platz im soziopolitischen Gefüge diente einer neuen Ordnung.

00:29:51: was meine sie damit?

00:29:52: Was ist da passiert am Ende?

00:29:54: Ja die neue Ordnung war die Alleinherrschaft.

00:29:57: davor hatte man keine Demokratie Auch wenn es Situationen gab hundertzwanzighundert vor Christus als man ganz nahe an einer demokratischen Ordnung dran war.

00:30:15: Im Wesentlichen war aber die römische Republik und eine Republik der Eliten, der besten.

00:30:24: Wie auch immer man das definiert wobei tatsächlich besser zu sein definiert wurde über die Leistung für das Gemeinwesen sprich Ämter und tolle Gesetze Bei den Römern natürlich immer Erfolg im Krieg.

00:30:40: Ganz wichtig!

00:30:42: Und Augustus hat das alles monopolisiert nach diesem Bürgerkrieg, weil er ist übrig geblieben und er hat den letzten Bürgerkrig gewonnen und man kann sagen, er war der Schlimmste von allen, weil ja nämlich der Skrupelloseste von allen war.

00:30:58: Er hat immer zugeschlagen und hat sich im Zweifelfall für das Morden entschieden.

00:31:04: Denkbar unsympathischer Kerl!

00:31:08: Aber was tun?

00:31:11: In einer Ordnung die doch auf Volksversammlungen angelegt ist, auf den Senat eine relativ freie Debatte.

00:31:21: Und Augustus hat das gelöst und er mag ein Terrorist gewesen sein aber er war auch ein genialer Politiker.

00:31:28: leider schließt sich das nicht aus.

00:31:31: diese beiden Dinge und der hat so viel weiter laufen lassen wie nur gehen.

00:31:36: Die Volksversamlungen haben sich immer noch getroffen Es gab immer noch den Senat und die Debatten im Senat.

00:31:45: Es wurden nach wie vor zwei Konsolen gewählt, also so auf den ersten Blick.

00:31:49: wenn ein Zeitreisender aus der mittleren Republik zu zweihundert vor Christus versetzt worden wäre, um zweihundert Jahre später wären wir vielleicht gar keine großen Unterschiede aufgefallen.

00:32:03: Aber Augustus hat es verstanden und sich nicht Ämter übergeben zu lassen, sondern Vollmachten.

00:32:12: Und also er war nicht Konzul jedes Jahr aber er nahm die Vollmacht eines Konsuls für sich in Anspruch.

00:32:20: Das ist eine sehr feine Unterscheidung Aber eine ungemein wichtige.

00:32:27: Also den Glanz des Amters und die Liktoren die einem voranschreiten mit dem Routen bündeln Das hat er nicht so für sich in Anspruch genommen, die Kompetenzen aber sehr wohl.

00:32:41: Er hatte auch am Schluss des Bürgerkriegers natürlich eine riesige Armee.

00:32:47: was mit dieser Armee tun?

00:32:50: Teile wurden demobilisiert den Großteil hat er aber behalten hat ein Berufs her geschaffen.

00:32:56: das hatten die Römer bis dahin nicht sondern es war ne Wehrpflichtarmee.

00:33:01: Also die Bürger wurden immer wieder neu aufgerufen.

00:33:04: Augustus schafft eine Berufsarmee und er ist der Oberbefeßhaber dieser Armee, die er an den Grenzen postiert.

00:33:18: Man kann sagen naja wo gehört eine Armee hin?

00:33:20: natürlich an die Grenzen?

00:33:22: Das ist der natürliche Platz also an Rhein, Donau im Nahen Osten, also er hat die Armee entfernt aus Italien.

00:33:34: Aus dem Blick der Bürger, deren Republik wieder hergestellt worden war und so dass die Arme jetzt keinen Anstoß für Ärger und Unzufriedenheit gab Und gleichzeitig hat er sich bemüht und das war dann neu den Staat auszubauen Der Staat von dem ich gerade gesagt habe, da es so schwach war weil die Eliten in Schwach haben wollten.

00:33:59: Wenn aber nur einer mehr übrig ist, ein Alleinherrscher dann ist sein starkes Staat ganz toll.

00:34:07: Denn der Alleinhärscher kontrolliert ihn ja und das macht Augustus!

00:34:12: Und die AME ist noch ein Beispiel dafür.

00:34:16: Er macht aber auch Sachen, die man nur gut finden kann selbst aus einer heutigen Perspektive.

00:34:21: Er schafft gewisse Wohlfahrtsleistungen, er schafft ein öffentlicheres Verkehrssystem in Italien... Die Statrom wird ausgebaut infrastrukturell, auch mit neun Theatern vor und so dieser schöne Zitat vom Brot und den Spielen das Volk von Rom erhält.

00:34:46: Und greift etwas kurz.

00:34:48: aber ganz falsch ist es nicht.

00:34:51: Es ist elementar für den Alleinherrscher dass er die wesentlichen Gruppen in der Stadt Rom zufrieden stellt.

00:34:57: Das sind die Senatoren Das ist das Volk und da sind auch die Bretorianer, die Leibgarden.

00:35:05: Die es dann doch braucht in der Stadt.

00:35:07: aber das sind nicht allzu viele.

00:35:10: Und wenn das gelingt, ist die Alleinherrschaft auch in Ordnung?

00:35:16: Der Herrscher selbst, der sich nicht Kaiser nennt so nennen wir ihn, dass er zunächst nur der Eigen Name Cesar und Augustus Erb ihn als Adoptivsohn von Gaius Julius Caesar und nur als solcher will er auch behandelt wissen.

00:35:36: Wenn man dem auf der Straße begegnet, naja kann dann vielleicht nicht unbedingt direkt an ihn ran und mit ihm sprechen wenn man ihn nicht kennt.

00:35:45: Der hat natürlich ein paar Bodyguards das hat aber der Bundeskanzler auch.

00:35:50: wenn sie den auf einer Veranstaltung sehen können Sie auch nicht einfach hingehen.

00:35:56: Im Wahlkampf ist es durchaus möglich mit unseren Politikern zu sprechen.

00:36:01: Und das konnte man mit Augustus auch, der war also nicht ganz weit weg und unerreichbar als eine Art Gottkeiser sondern war Narba zumindest in der Stadt Rom.

00:36:13: Naja und wenn einer Narba isst dann hat man eher den Eindruck naja es doch einer von uns und eigentlich guter Typ.

00:36:25: Die Zirkusspiele waren auch gut und der Neu-Aqueduct führt ganz klares Wasser.

00:36:33: Ja, auch so was funktioniert in der Gegenwart noch, Infrastrukturleistungen.

00:36:41: Und Augustus hat es geschafft einen stärkeren Staat zu schaffen ohne dass allzu viel geändert wurde an der Fassade.

00:36:56: Aber er hat schon ... ins Leben der Bürger eingegriffen, oder?

00:37:01: Und deshalb ein bisschen beschränkt mit gewissen Gesetzen.

00:37:04: Ehe-Familiengesetze glaube ich hat er eingeführt also... Er hat schon auch... Also klingt erst mal alles gut was er gemacht hat außer dass er natürlich ein Terrorist war und viele Leute hat ermorden lassen.

00:37:17: Das vergessen wir kurzmal.

00:37:18: ganz ja Aber er hat schon viel in die Persönlichkeitsrechte wenn man es so nenne kann damals eingegrifften.

00:37:28: Ja das hat er Nicht sofort, aber nach einiger Zeit hat natürlich auch den unschätzbaren Vorteil das er sehr alt wird und die Alleinherrschaft mehr als vierzeig Jahre innehat.

00:37:42: Das ist natürlich eine ungeheuer lange Zeit!

00:37:45: Wenn er noch zehn Jahren gestorben wäre hätte sich so sein neues Regierungssystem wahrscheinlich nicht halten können.

00:37:54: Aber wenn man vierzig Jahre Zeit hat Ja, mit der Zeit kommt das.

00:37:59: Also er fängt an den Leuten vorzuschreiben dass sie verheiratet zu sein haben und dass sie drei Kinder zu haben hätten.

00:38:12: Das ist schon ein ziemlich starker Eingriff.

00:38:17: Persönlichkeitsrecht in Lande.

00:38:19: Sie ist die Römer kannten das Konzept noch nicht aber als ungeheurein Eingrifft haben sie es auch empfunden.

00:38:27: Und das war einer der Fälle, wo es dann durchaus sowohl in Senat-Unmutseußerungen gab als auch im Theater öffentliche Demonstrationen.

00:38:37: Wobei die Demonstationen nicht so schwer zu gewichten sind weil wenn fünftausend Leute protestieren sie können die nicht alle umbringen lassen.

00:38:48: Während ein paar hundert Leute im Senat – na die kann man schon eher identifizieren trotzdem es gab Unmut Und man kann sagen, naja so schlimm war dieses Gesetz ja gar nicht.

00:39:03: Denn man konnte es gar nicht durchsetzen!

00:39:06: Das ist einerseits richtig... Der vormoderne Staat generell und ganz sicher der zurzeit des Augustus hat schlicht nicht die technischen Möglichkeiten um das was er will zu ihr zwingen.

00:39:22: Augustus schafft überhaupt erst eine Bereitschaftspolizei dass also ein paar Leute da sind, die für Ruhe und Ordnung sorgen wenn es einen Krawall gibt.

00:39:32: Aber nie gibt es eine Schutzpolizei, nie gibt das eine Kriminalpolizeil.

00:39:37: Also sie sehen schon wie gering die Möglichkeiten sind und geschweige denn mit Überwachungsmöglichkeiten und derlei.

00:39:47: Insofern hat diese Maßnahme tatsächlich eher die Eliten getroffen als jetzt den Bauern irgendwo in Süditalien.

00:39:56: Nichtsdestotrotz, es kommt schon auf die Absicht an.

00:40:00: Auf den Willen und eine solche Maßnahme wie Ehe- und Familiengesetzgebung – Es darf keine Junggesellen mehr geben.

00:40:10: auch nach einer Scheidung musste man sich binnen kurzer Zeit wieder verheiratet.

00:40:16: Man muss mindestens drei Kinder haben.

00:40:18: Das hat etwas totalitäres Und wir finden das auch wieder in der Sowjetunion Stalin Wir finden das auch wieder im Italien Mussolinis.

00:40:29: Also die Regime des zwanzigsten Jahrhunderts haben das ganz ähnlich gemacht.

00:40:34: und es gibt noch etwas anderes, was ich noch erschreckender finde Augustus les Bücher verbrennt.

00:40:45: Ziemlich spät am Ende seines Lebens aber aus genau den Gründen, die wir auch aus dem Zwanzigste Jahrhundert kennen.

00:40:57: Es sind politisch missliebige Bücher.

00:41:01: Autoren, die wegen ihres Lebenswandels missfielen, sprich Ehe- und Familiengesetzgebung, Autoren die politisch anderes wollten.

00:41:13: und diese Bücher werden öffentlich verbrannt.

00:41:17: Und es fällt dann sehr schwer nicht eine direkte Parallel zu ziehen zum zwanzigsten Jahrhundert.

00:41:29: Der Wille zur Unterdrückung, zur Einordnung von Menschen in totalitäre Gesellschaften war schon vor zweitausend Jahren genauso da wie heute nur an der Umsetzung HAPA-DS.

00:41:48: Darum wurde es nie so schrecklich wie in der Stalinischen Sowjetunion oder sogar im nationalsozialistischen Deutschland.

00:41:57: In einem der letzten Kapitel, der Fall des Westens, schreiben Sie gleichzeitig war das Reich von einem einzigen Punkt aus nicht mehr zu regieren.

00:42:08: Also da geht es dann schon um den Fall und das Ende, das Auflösen gerade des weströmischen Reichs auch.

00:42:15: Was war da passiert?

00:42:19: Dieses römische Reich in seiner größten Ausdehnung umfasst ja die gesamte Mittelmeerwelt.

00:42:26: Das ist auch verglichen mit heutigen Staaten ein Koloss der geografischen Ausdehnung.

00:42:33: Das geht von Schottland bis in die Sahara, das geht vom Gibraltar also bis in den heutigen Irak hinein.

00:42:45: Das haben sich die Römer zusammen erobert, zusammengestohlen, zusammengeblündet und zusammengemordert.

00:42:55: Das war eine eindrucksvolle Leistung aber das dann zusammen zu halten Ist unglaublich schwierig?

00:43:04: Wir waren ja gerade schon bei den fehlenden technischen Möglichkeiten.

00:43:08: Heute geht das, wenn auch mit Mühe!

00:43:11: Aber wie überwachen Sie Grenzen denn so richtig

00:43:14: gut?!

00:43:15: Wie verlagern sie Armeen von einem Ort an dem nächsten, wenn die im Wesentlichen zu Fuß gehen müssen – also marschieren.

00:43:24: Man hat keine Lastwagen wie im Zweiten Weltkrieg….

00:43:27: …von den moderneren Schnell- und die anderen Fortbewegungsmöglichkeiten heutzutage also ganz zu schweigen.

00:43:35: Sprich, das römische Reich war schwer zu verteidigen schlicht wegen seiner Größe.

00:43:41: wenn an irgendeiner Stelle ein Feindangriff dann wurde man damit fertig.

00:43:48: Wenn aber gleichzeitig an zwei Stellen oder drei Fronten gleichzeitig Man kriegt die Truppen nicht schnell genug verlegt.

00:44:01: Man hat auch gar nicht so viele Truppen.

00:44:05: Trömische Reich hatte eine Armee von vierhunderttausend Mann, scheint erst mal relativ eindrucksvoll.

00:44:13: Man überlegt, die Bundeswehr hatte im Moment des Mauerfalls, Ninzeneununddachzig fünfhundert Tausend mann war die Stärke und gemeint ist damit nur Westdeutschland.

00:44:26: also NVA kann ich jetzt gerade nicht auswendig sagen.

00:44:30: und jetzt so, klar es war nicht so dicht bevölkert aber auf diesen unglaublich großen Raum.

00:44:36: War das schwierig?

00:44:38: Die Römer haben mit den ersten zwei Jahrhunderten nach Christus unglaublich viel Glück!

00:44:44: Darum habe ich dieses Kapitel auch genannt Das Leben in der Sonne denn es gibt keine ernsthaften äußeren Gegner die angreifen.

00:44:54: Also die Frage muss eher lauten, warum hält dieser Koloss überhaupt so lange zusammen?

00:45:00: und nicht warum fällt er auseinander?

00:45:02: Dann kommt das dritte Jahrhundert.

00:45:05: Und da hat man dann zum ersten Mal für längere Zeit an verschiedenen Grenzen krisenhafte Erscheinungen.

00:45:13: Das führt dazu dass das politische System in der Stadtrum auseinander bricht.

00:45:18: es führt dazu vernichten die Niederlagen erleiden, so schwer wie seit dem zweiten polnischen Krieg nicht mehr.

00:45:26: Schlacht am Trasimänischen Krieг hatten wir ja vor einer halben Stunde und es führt zum Verlust von Provinzen und es fährt fast dazu dass der Laden auseinander fliegt.

00:45:39: das wird noch mal gerettert.

00:45:40: gewisse Stabilisierung im vierten Jahrhundert aber im fünften dritt eine ähnliche Situation ein.

00:45:49: Das Reich ist inzwischen geteilt.

00:45:52: Der Osten kann sich behaupten, weil dort der Druck weniger groß ist... ...der Westen aber nicht mehr und die Kirche hilft bei all dem auch nicht.

00:46:04: Ganz im Gegenteil!

00:46:07: Ich dachte mir bei diesem Kapitel auch so ein Riesenreich zu steuern von einem Punkt aus Wenn wir das jetzt auf die heutige Zeit beziehen wenn wir so große Mächte uns anschauen wie ein Amerika, wie ein China oder Russland das ja Riesen-Volkswirtschaften und Armeen haben.

00:46:28: Und die werden alle von einem Punkt aus gesteuert im Gegensatz dazu Europa was ein Staatenbund ist also wirklich souveräne Länder die sich selber in der Art steuern aber halt auch einen zentralen Punkte mit der EU.

00:46:44: Ist man da vielleicht sogar ein bisschen Im Vorteil?

00:46:48: Oder kann man jetzt daraus nicht schließen.

00:46:51: Also da kann man da keine Verbindung schlagen vom alten Roben, wie es damals gefallen ist und dem einen Punkt zu zur heutigen Zeit.

00:46:58: Doch die Verbindung kann man schon schlagen.

00:47:00: nur glaube ich... Ich würde eine andere Perspektive wählen.

00:47:06: Und also die großen politischen Entscheidungen Die fallen in Washington In den Vereinigten Staaten Die fallen im Peking, in China Die fallen jetzt in der Bundesrepublik Deutschland, in Berlin.

00:47:21: Und aber es wird nicht alles dort geregelt!

00:47:25: Also wir leben doch in unseren Gemeinden, in unseren Städten.

00:47:29: ganz viel wird in unserem Kommunen gereglt.

00:47:33: und dann gibt es die Regierungsbezirke in den meisten Bundesländern wo auch ganz viel erledigt werden.

00:47:41: Es gibt die Bundesländer gerade so eine föderale Ordnung also wie sie Deutschland auch die Vereinigten Staaten haben.

00:47:48: Aber selbst in so zentralisierten Gemeinwesen, wie China oder auf Frankreich ist das zu einem hohen Maß so dass vor Ort vieles erledigt wird und nicht nur vom Staat sondern auch im lokalen Selbstorganisierung.

00:48:05: Die Menschen machen auch vieler selbst Vor zweitausend Jahren noch ein bisschen mehr als heute weil heute der Staat viel mehr Leistungen er bringt was man damals noch selber erledigen musste.

00:48:18: Und insofern ist es nicht ganz so, dass jetzt die großen Flächenstaaten heute besser dran wären.

00:48:27: Gerade die Vereinigten Staaten haben ja einen ganz ausgeprägten Schwerpunkt in Selbstregierung.

00:48:34: deswegen auch manchmal das Misstrauen gegenüber den Bundesbehörden im Washington und das ist im römischen Reich genauso Anders hätte das keine drei Wochen zusammengehalten.

00:48:49: Meistens haben sie als Bürger nur mit ihrer Stadt zu tun und den Kaiser, wenn Sie nicht gerade in der großen Stadt lebenden Metropole wie Alexandria sehen Sie nie im Leben.

00:49:05: Wenn Sie so im Mitterangalien leben oder auf dem Balkan kann sogar sein dass Sie nie Legionär sind Irgendetwas was so wirklich nach Rom aussieht.

00:49:19: Und aber die großen Sachen, vor allem Verteidigung das ist etwas was halt immer zentralisiert ist mit guten Gründen.

00:49:30: und dass es sicher etwas wo die europäische Union gerade im Nachteil ist da würde ich dieses Defizit ganz deutlich sehen.

00:49:40: Aber das ist auch was den Römern, also auch mit zum Verhängnis wird.

00:49:45: und es gelingt nicht in der Spätantike dann nochmal alle Kräfte zusammenzufassen zur gemeinsamen Abwehr von Gegnern.

00:49:56: Das gelingt im Hannibal-Krieg.

00:49:58: Trasimänischer See nach dem großen Niederlagen gibt es eine ganz große Kraftanstrengung.

00:50:06: Eine überwältigende Mehrzahl der Bürger trägt bei was sie beitragen kann.

00:50:11: Das ist in der später Antike nicht so, die Republik ist vergessen.

00:50:17: dieser Ritualhaushalt über den wir vorentsprachen Zensus und so das ist weitgehend weg.

00:50:25: es gibt eigentlich nur noch den Kaiser als einigendes Band.

00:50:29: Senat ist lokales Organ.

00:50:34: Es gibt längst keine Volksversammlungen mehr.

00:50:38: Es gibt was Neues, die christliche Kirche!

00:50:42: Die christliche kirche ist aber jetzt keine Einrichtung des Staates oder der Gesamtgesellschaft... ...die christliche kirche is eine Einrichtungen für Christen und um die kümmert sie sich auch.

00:50:56: Also letztlich ne Partikulare Organisation und verpflichtet ist die Kirche auch nicht dem Kaiser.

00:51:05: Auch Nichts der Gemeinschaft aller Römer und Röme erinnern, sondern Gott.

00:51:13: Und das ist ein Unterschied!

00:51:15: Das heißt es hat die Folge dass die Kirche obwohl sie der wichtigste zivilgesellschaftliche Akteur im fünften Jahrhundert nach Christus ist letztlich nichts beiträgt wahrscheinlich auch gar nichts beidragen kann zu einer Sammlung der Kräfte gegen die drohende Auflösung.

00:51:39: Und das ist ein Defizit, der Kaiser und der römische Staat können den Bürgern immer weniger Leistungen bieten.

00:51:48: Infrastruktur geht zum Teufel also ab einem gewissen Punkt kommt es gar nicht mehr so sehr darauf an ob sie die Feinde noch abwehren können.

00:51:58: wenn Sie über der Abwehr der Feinde ihren Bürger nichts mehr bieten können weder rituell Noch symbolisch, noch ganz konkret das tägliche Leben besser machen.

00:52:12: Dann sieht es ziemlich finster für einen Start aus und das passiert diesem Reich im Westen im fünften Jahrhundert.

00:52:22: Und ich schätze da kann man schon auch viele Parallelen zur heutigen Zeit ziehen.

00:52:25: allgemein wenn man ihr Buch liest kann man viele Parallelen ziehen wo man sagt hey dass Das könnte auch jetzt wieder passieren oder das passiert vielleicht auch in einer anderen Art und Weise, mit anderer Technik oder Co.

00:52:37: Und es fand ich auch so spannend beim Durchlesen von Ihrem Buch.

00:52:41: Es hätte noch hundert andere Beispiele gegeben aber wir mussten uns auf ein paar konzentrieren sonst wären wir heute nicht mehr fertig geworden.

00:52:46: Deshalb René Pfeilschifter meine Damen und Herren!

00:52:49: Herr Pfeilschifter vielen lieben Dank dass Sie heute da waren unseren Einblick in Ihr neues Buch gewährt haben dass am zwanzigsten acht in der Schienen ist.

00:52:58: Rom, Geschichte einer Weltmacht im Beckverlag.

00:53:02: Herr Pfalschert, sagen Sie den anderen den Zuhörern gerne noch?

00:53:06: Wo finden sie sich wenn sie auf dem Laufenden bleiben mit dem was sie so machen?

00:53:11: Ich bin an der Universität Würzburg tätig.

00:53:14: Wer kommen will kann gern mal eine Vorlesung besuchen und ansonsten Was ich gerade treibe findet man am besten bei uns auf der Homepage Und auch so was es an neuen Publikationen gibt und an Events, die wir hier in der alten Geschichte in Würzburg machen.

00:53:34: Und unter anderem auch solche wie heute.

00:53:37: Es war mir eine Freude, dass ich da sein konnte!

00:53:43: Ja vielen lieben Dank, dass Sie da waren Herr Pfeilschifter.

00:53:44: Das hat richtig Spaß gemacht!

00:53:47: Gerne!

00:53:48: Und Leute, vielen liebem Dank euch wieder fürs Einschalten, fürs Zuhören.

00:53:52: Ich hoffe ihr konntet etwas mitnehmen... ...und seid lieb zueinander.

00:53:56: Bleibt zauber, wir hören uns in der nächsten Folge.

00:53:58: Bis dahin macht's gut!

00:53:59: Tschüssi!

00:54:00: Hey ich hoffe du hast die Folge genossen und du kannst wieder was für dich mitnehmen um dein Leben ein Stück besser zu

00:54:05: machen ja?

00:54:06: Und hier nochmal der Aufruf Du weißt ja das ist ein Herzensprojekt von mir dass unglaublich viele Stunden frisst aber auch unglaublich viel Spaß macht und ich will jetzt deshalb unbedingt weiterhin frei von Werbung und irgendwelchen Unterbrechungen halten.

00:54:19: dafür brauche ich aber deine Unterstützung

00:54:20: und deine Hilfe.

00:54:21: auf Steady habe ich deshalb einen Account eingerichtet wo du dich monatlich beteiligen und den Podcast somit unterstützen kannst.

00:54:27: Dafür bekommst du natürlich auch was, ja eine kleine Gegenleistung von mir!

00:54:31: Deshalb klick einfach auf den Link in den Shownotes.

00:54:33: da kannst du mich dann sofort unterstützen und ich danke dir von Herzen und wünsch dir einen wunderschönen Tag.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.